Subfonds R 901 - Auswärtiges Amt, Zentralstelle für Auslandsdienst

Identity area

Reference code

DE R 901

Title

Auswärtiges Amt, Zentralstelle für Auslandsdienst

Date(s)

  • 1912-1923 (Creation)

Level of description

Subfonds

Extent and medium

1895 VE

Context area

Name of creator

Auswärtiges Amt

Biographical history

Repository

Archival history

Die erste Bearbeitung dieser Aktenbände erfolgte im ehemaligen Deutschen Zentralarchiv Potsdam, dem späteren Zentralen Staatsarchiv der DDR.
Die seinerzeit in einem vorläufigen Findbuch erfassten Verzeichnungsangaben wurden im Bundesarchiv mittels eines Retrokonversionsverfahrens in die Datenbank eingelesen. Bei der Bearbeitung der Datensätze kam es zu vereinzelten Korrekturen bei den Aktentiteln und den Laufzeiten.
Unter weitgehender Beibehaltung der überlieferten Klassifikation wurden nach Bedarf Serien bzw. Bandreihen gebildet, wobei auch zahlreiche untergeordnete Bandfolgen in Serien entstanden. Die notwendigen Arbeiten und Änderungen für die datengestützte Umsetzung und die Erstellung einer Online-Version hat der Herr Franz Göttlicher vorgenommen.

Immediate source of acquisition or transfer

Content and structure area

Scope and content

Zu Beginn des Ersten Weltkrieges fehlte in Deutschland eine zentrale Pressestelle, so dass ein Großteil der Propagandaaufgaben von den Militärbehörden, wie der Obersten Heeresleitung (OHL), wahrgenommen wurde. Die deutsche Kriegspropaganda war zersplittert, weil Kriegs- und Innenministerium, der Generalstab, das Auswärtige Amt und andere Stellen eigene Propagandaabteilungen unterhielten. Der politische Pressedienst der Reichsleitung war so ausschließlich auf das von Ministerialdirektor Geheimrat Hammann geleitete Pressereferat des Auswärtigen Amts beschränkt. Da dieses den gestellten Anforderungen nicht annähernd gerecht wurde, bildeten sich schon im ersten Kriegsjahr zahlreiche Stellen, die sich mit Auslandspropaganda befassten. Im Oktober 1914 wurden nicht weniger als 27 solcher Büros gezählt, deren Tätigkeiten allmählich abgebaut und durch eine zentrale Behörde ersetzt werden sollte.
Dieser Zielsetzung diente der Erlass vom 5. Oktober 1914, in dem Reichskanzler Theobald von Bethmann Hollweg die Gründung einer "Zentralnachrichtenstelle" forderte, die sich später in "Druckschriftenzentrale" umbenannte und schließlich die Bezeichnung "Zentralstelle für Auslandsdienst" beim Auswärtigen Amt erhielt.
Die Geschäftsstelle wurde in den Räumen des Reichskolonialamt in Berlin eingerichtet.
Mit der Bildung der Zentralstelle unternahm die Reichsregierung den Versuch einer planvollen Steuerung der öffentlichen Meinung im Ausland.
Leiter der Dienststelle wurden Frhr. Mumm von Schwarzenstein, ab Oktober 1916 Unterstaatssekretär Frhr. von dem Bussche-Haddenhausen, Generalkonsul von Buri und ab Oktober 1917 Legationsrat von Hahn. Ihnen stand ein beratender Ausschuss zur Seite, der sich aus Mitgliedern des Zentralstelle für Auslandsdienst, der Nachrichtenabteilung des Auswärtigen Amts, des Reichsmarineamts, des stellvertretenden Generalstabs, des Reichstagsabgeordneten Matthias Erzberger und der Publizisten Dr. Rohrbach und Dr. Jäckh zusammensetzte.
Aufgabe der Zentralstelle war es, sich mit der Beobachtung der "feindlichen" Presse zu befassen und die Verteilung von Druckschriften, Büchern und Bildern im neutralen, weniger im feindlichen Ausland, zu organisieren. Durch Verfügung des Staatssekretär des Auswärtigen Amts vom 2. Januar 1917 ging die Zentralstelle für Auslandsdienst mit eigener Registratur und Kassenverwaltung in die Nachrichtenabteilung des Auswärtigen Amts ein.

R 901/24561 Gerichtsorganisation im Königreich Polen Apr.-Aug. 1918
R 901/57541 Berichte aus dem Königreich Polen

Appraisal, destruction and scheduling

Die am Standort Berlin-Lichterfelde des Bundesarchivs verwalteten Unterlagen des Auswärtigen Amts für den Zeitraum 1867-1945 (sog. altes Amt) umfassen nur einen Bruchteil der Gesamtüberlieferung (ca. 1,6 Regalkilometer) aus dieser Zeit. Der größte Teil (ca. 18 Regalkilometer) der nach den Verlusten in der Endphase des Zweiten Weltkriegs noch übriggebliebenen Akten befindet sich heute im Politischen Archiv des Auswärtigen Amts in Berlin.
Den überwiegenden Teil der hiesigen Archivalien hatte das Politische Archiv vor allem aus Platzgründen in den 1920er Jahren im Potsdamer Reichsarchiv (v.a. Akten des Kaiserlichen Amts, der Handelspolitischen Abteilung und der Rechtsabteilung) deponiert. Gemeinsam mit anderen Beständen lagerte das Reichsarchiv auch diese Unterlagen in den Jahren 1944/45 zum Schutz vor dem Bombenhagel in die Salzbergwerksschächte bei Staßfurt (Sachsen-Anhalt) aus. Von der sowjetischen Besatzungsmacht konfisziert, gelangte der größte Teil der Materialien nach 1949 in mehreren Abgaben über das Ministerium für Staatssicherheit der DDR in das damalige Deutsche Zentralarchiv Potsdam (später Zentrales Staatsarchiv der DDR, Bestandssignatur 09.01) und nach der Überwindung der deutschen staatlichen Teilung in die Zuständigkeit des Bundesarchivs.
Restakten der Handelspolitischen - und der Rechtsabteilung (Abt. II und III, 1885-1920), die aus amtlichen Gründen im Politischen Archiv des AA verblieben und nach der Beschlagnahme durch die britische Besatzungsmacht letztlich nach England verbracht worden waren, hat das damalige Bundesarchiv nach ihrer Rückgabe an die Bundesrepublik (1957) im Oktober 1962 unter der Bestandssignatur R 85 verzeichnet.
Ca. 350 Akteneinheiten befinden sich derzeit noch im "Sonderarchiv" beim Russischen Staatlichen Militärarchiv in Moskau unter der ("Fonds")Bestandsnummer 1357. Sie sind dort in 3 Findbüchern beschrieben (Weitere Informationen und Kontakt siehe unter www.sonderarchiv.de).
Das 1870 aus dem Königlich-preußischen Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten für den Norddeutschen Bund (seit 1867) hervorgegangene Auswärtige Amt erfuhr über die Bismarck-Zeit und das Wilhelminische Kaiserreich, die Weimarer Republik bis zum Ende der NS-Diktatur zahlreiche Reformierungen und Umstrukturierungen.

Accruals

System of arrangement

Die in den Online-Findbüchern ausgewiesene Gliederung des jeweiligen Strukturteils (Abteilung) orientiert sich in erster Linie am zuletzt gültigen Organisationsplan des alten AA, soweit dieser zu ermitteln war. Im Falle einer nicht möglichen Rekonstruktion der Verwaltungsstruktur ist die von Mitarbeitern des Zentralen Staatsarchivs in Potsdam vorgenommene Sachgliederung beibehalten worden.
Sowohl aus Gründen der komfortableren Benutzbarkeit und eines schnelleren Zugriffs als auch wegen einer besseren Handhabbarkeit bei der informationstechnischen Bearbeitung in der Datenbank des Bundesarchivs entstanden Teilfindbücher. Da eine bestandsübergreifende Suche in jedem Falle möglich ist, entstehen dadurch keinerlei Informationsverluste.

Conditions of access and use area

Conditions governing access

Conditions governing reproduction

Language of material

Script of material

Language and script notes

Physical characteristics and technical requirements

Finding aids

Allied materials area

Existence and location of originals

Für die laufende Tätigkeit des Auswärtigen Amts wichtige Dokumente und Akten hat das Bundesarchiv dem Politischen Archiv des AA in Berlin (Auswärtiges Amt, Politisches Archiv, 10117 Berlin, ausgeliehen. Sie können nur dort benutzt und ausgewertet werden (entsprechende Hinweise befinden sich im jeweiligen Findbuch).

Ca. 350 Akteneinheiten befinden sich derzeit noch im "Sonderarchiv" beim Russischen Staatlichen Militärarchiv in Moskau unter der ("Fonds")Bestandsnummer 1357. Sie sind dort in 3 Findbüchern beschrieben.

Existence and location of copies

Related units of description

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Publication note

Akten zur deutschen auswärtigen Politik 1918-1945. Ergänzungsband zu den Serien A-E. Gesamtpersonenverzeichnis. Portraitphotos und Daten zur Dienstverwendung. Anhänge. Göttingen 1995

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Dates of creation revision deletion

Language(s)

  • German

Script(s)

Archivist's note

Aleksandra Pawliczek, FUB

Archivist's note

Franz Göttlicher, BA

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